Eine kurze Geschichte von Schloss Homburg

Schloss Homburg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erstmals urkundlich belegt wurde die Burganlage im Jahr 1276, sodass lange angenommen wurde, die Burg sei kurze Zeit vor ihrer ersten schriftlichen Erwähnung errichtet worden. Doch Grabungen im Jahr 1999 förderten neue Erkenntnisse zutage und widerlegten die ursprüngliche Annahme. So wurden die Fundamente eines aus Stein errichteten Wohnturms von etwa 12 Metern Durchmesser freigelegt, der bereits im 11. Jahrhundert auf dem heutigen Schlossgelände gestanden haben muss.

Im 13. Jahrhundert wich der Wohnturm einer Burganlage mit Ringmauer und Bergfried. Die das Homburger Land verwaltenden Grafen zu Sayn-Wittgenstein-Homburg ließen die Anlage im Lauf der Jahrhunderte stetig umbauten, so kamen Erweiterungsbauten wie Zwinger, Stallungen und Gebäude für die Bediensteten hinzu. Im 17. Jahrhundert erfolgte schließlich ein großer Umbau, der aus der Burganlage eine prächtige Residenz werden ließ, zu der auch eine dem Zeitgeist entsprechende Orangerie und ein Barockgarten mit Skulpturensammlung gehörten. Die Umbauten der Außenanlage und der Wohngebäude waren ein sehr kostenintensives Projekt, das die Homburger Untertanen mit den ihnen auferlegten Steuern finanzieren mussten.

Dass im 17. Jahrhundert viele ehemalige Burgen aufwendig in Schlösser umgebaut wurden, liegt daran, dass zu jener Zeit die ursprünglich wehrhafte Funktion der Burganlagen in den Hintergrund rückte. Denn im Bereich der Waffenproduktion herrschte ein stetiger Fortschritt, sodass einst schützende Bauten wie Mauern, Brücken und Türme ihre Bedeutung weitgehend verloren. Wichtiger wurde dagegen die repräsentative Wirkung der Anlagen. Durch zahlreiche architektonische Schmuck- und Zierelemente und eine prachtvolle Ausstattung der Innenräume mit Kunstobjekten, edlen Stoffen und Möbeln sollten Macht, Reichtum und der erlesene Geschmack der Besitzer verdeutlicht werden.

Mitte des 18. Jahrhunderts gaben die Grafen zu Sayn-Wittgenstein-Homburg das Schloss als Residenz auf. Einige Jahrzehnte wurde es noch als Verwaltungsgebäude genutzt, doch im 19. Jahrhundert setzte der Verfall der Anlage ein. Schließlich verwendeten die Menschen der Umgebung es als Steinbruch, um neue Häuser und Straßen in der Region zu bauen. Doch im Jahr 1904 rettete der damalige Erbe, Fürst Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, die noch vorhandenen Bauten und ließ sie absichern. 1926 wurde schließlich das Oberbergische Heimatmuseum auf Schloss Homburg begründet. Zu Beginn bestand das Museum nur aus zwei Räumen, doch in der bald 100-jährigen Geschichte des Hauses hat sich viel getan: Der Oberbergische Kreis erwarb das Gebäude, Erweiterungen und Sanierungen fanden statt und das Museum und seine Sammlung sind über die Jahre stetig gewachsen.

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