Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr

Wie setze ich einen Notruf ab?

Wenn ein Unfall passiert ist oder es brennt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und Hilfe 
zu rufen. Die Notrufnummer für Notarzt, Rettungsdienst und Feuerwehr in Deutschland ist die 112, die der Polizei ist die 110. Beim Absetzen eines Notrufs ist es wichtig, ruhig zu bleiben und die wichtigsten Fakten zu nennen. Dabei helfen die 5 W-Fragen:

WO ist etwas geschehen?
WAS ist passiert?
WIE viele Personen sind in Gefahr?
WELCHE Verletzungen gibt es?
WARTEN, ob es Rückfragen gibt.

Wie leiste ich „Erste Hilfe”?

Ist man Zeuge eines Unfalls, kann man auf viele Arten helfen. Dabei ist Helfen keine Frage des Alters. Jeder kann etwas tun. Als Erstes sollte man sich selbst in Sicherheit bringen und den Unfallort absichern. Das kann zum Beispiel bedeuten, bei einem Autounfall das Auto zu verlassen und ein Warndreieck aufzustellen. Bei einem Feuer, das man selbst nicht unter Kontrolle bringen kann, sollte man das Haus schnell verlassen und andere Menschen warnen. Dann ruft man Feuerwehr und Rettungsdienst an. 
Unter der Telefonnummer 112 erreicht man sie kostenlos und rund um die Uhr. Die Feuerwehr und Rettungsleitstelle kann orten, woher der Anruf kommt und schickt sofort die passende Hilfe. Bis die professionelle Hilfe eintrifft, muss man „Erste Hilfe“ leisten. 
Es gibt überall in Deutschland Kurse, auch für Kinder, in denen man die Erste-Hilfe-Maßnahmen lernen kann. Oft hilft es auch schon, wenn man mit den Menschen, die verletzt sind oder Angst haben, redet – 
auch das kann Leben retten.

Die Feuerwehr

„Retten, löschen, bergen, schützen!“ lautet das Motto der Feuerwehrleute aller Berufs-, Werks- und freiwilligen Feuerwehren. Insgesamt gibt es 26.000 Feuerwehren in 
Deutschland! Die erste Feuerwehr der Welt gab es im alten Rom vor über 2.000 Jahren. Damals war Rom eine große Stadt mit etwa einer Million Einwohnern. Da die Menschen oft in mehrstöckigen Häusern zusammen lebten, war die Brandgefahr sehr hoch. Deshalb stellte 
Kaiser Augustus aus über 3.000 Sklaven die „vigiles“ (Wächter) zusammen – die erste Feuerwehr! Bereits damals im Einsatz war eine sogenannte Feuerspritze. Im Gegensatz zu einem Wassereimer ermöglichte die mit Muskel- und Jahrhunderte später auch mit Dampfkraft betriebene Spritze, das Wasser gezielt auf den Brand zu richten. Heute hat die Feuerwehr viel mehr Aufgaben als das Löschen von Bränden – sie rettet Menschen und Tiere, birgt Personen und Gegenstände und schützt die Umwelt.

Spannende Zahlen rund um die Feuerwehr

Über eine Million Menschen in Deutschland sind bei der freiwilligen Feuerwehr. Der Rauch, der bei einem Brand entsteht, ist sehr gefährlich für den Menschen, denn er kann zum Ersticken oder zu einer Rauchvergiftung führen. Besonders gefährlich sind die Rauchgase von Kunststoffen und Klebern. Der Rauch von nur 100 g Kunststoff – etwa einer Computertastatur – kann eine 4-Zimmer-Wohnung vergiften. Nur 90 Sekunden brauchen die Feuerwehrfrauen und -männer in der Feuerwache zum Anziehen der Schutzkleidung und zum Bereitmachen des Löschgruppenfahrzeugs, bis der Löschzug ausrücken kann. Bis zu 4.000 Liter Wasser passen in den Tank eines Löschfahrzeugs – in eine normale Badewanne passen zum Vergleich nur etwa 140 Liter Wasser. Um das Jahr 300 lebte in Oberösterreich Sankt Florian, der Schutzpatron der Feuerwehrleute. Florian ist daher in ganz Deutschland das Kennwort für die Funkrufnamen der Feuerwehr.

Die Polizei

Bereits im antiken Griechenland gab es vor über 2.000 Jahren eine Art Polizei. In Athen 
hielten 1.000 Sklaven die ganze Nacht Wache, um die Menschen in der Stadt zu 
beschützen. Erstmals verwendet wurde der Begriff „polizey“ im Jahr 1495. Damals meinten die Menschen damit jedoch noch keine Behörde, sondern eine besonders geordnete Art 
zu leben – ohne zu fluchen, zu betteln oder zu betrügen. Heute besteht die Polizei aus tausenden von Polizistinnen und Polizisten und hat als 
Behörde zahlreiche wichtige Aufgaben: Sie sorgt für Sicherheit und Ordnung, überwacht den Straßenverkehr, verfolgt Straftaten und wehrt Gefahren für die Bürgerinnen und Bürger ab.

Spannende Zahlen rund um die Polizei

110 ist die Notrufnummer der Polizei in ganz Deutschland. In Deutschland hat jedes der 16 Bundesländer eine eigene Landespolizei. Von allen Bundesländern hat Nordrhein-Westfalen die meisten Polizistinnen 
und Polizisten: Etwa 40.000 Menschen arbeiten hier für die Polizei. 
Insgesamt zählt die Polizei in Deutschland über 200.000 Polizeibeamte. 170 Polizistinnen und Polizisten bewachen den Deutschen Bundestag in Berlin. 1,3 kg wiegt die messer- und kugelsichere Schutzweste, die zur Ausrüstung 
vieler Polizistinnen und Polizisten gehört.

Kreisfeuerwehrverband Oberberg

Dem Kreisfeuerwehrverband Oberberg gehören in den 13 kommunalen Feuerwehren 
89 Ortsfeuerwehren mit über 2.000 Wehrleuten an. In der Jugendfeuerwehr erlernen derzeit 
Jugendliche (ab 16 Jahren) unter anderem feuerwehrtechnische Grundlagen. In den vier 
Kinderfeuerwehren sind über 100 Kids (10 – 15 Jahre) aktiv und voller Begeisterung dabei.Nicht zu vergessen die 355 Musiker, die mit ihren Beiträgen für viele unterhaltsame Stunden sorgen. Kennzeichnend für die Struktur des Brandschutzes ist es, dass im Oberbergischen Kreis der gesamte Feuerschutz mit Freiwilligen Feuerwehren sichergestellt wird. Hieran erkennt man die besondere Bedeutung des ehrenamtlichen Dienstes. Weitere Informationen unter: 
Kreisfeuerwehrverband Oberberg

Rettungsdienst, Brand- und Bevölkerungsschutz im Oberbergischen Kreis

Der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises erfüllt viele Aufgaben, zum Beispiel die 
Organisation und Durchführung von Notfallrettungen, die Notarztversorgung, den Krankentransport, die Versorgung der Menschen bei Katastrophen und die Ausbildung von Rettungskräften. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle (Notruf 112) kümmert sich um alle eingehenden Notrufe und schickt schnell die richtige Hilfe, zum Beispiel die Feuerwehr oder den Notarzt. Sie ist an 365 Tagen im Jahr Tag und Nacht immer mit vier Personen besetzt. Auf einer Fläche von 918,5 km² gibt es 13 Rettungswachen und sechs Notarztstandorte mit ca. 70.000 Notrufen pro Jahr. Durch diese Standorte wird rund um die Uhr die Notfallversorgung für die Bevölkerung des Oberbergischen Kreises sowie für Teile des Rhein-Sieg-Kreises, des Rheinisch-Bergischen Kreises und des Märkischen Kreises in den Ortschaften Much, Ruppichteroth, Windeck, Overath, Kürten, Rönsahl und Kierspe sichergestellt. Somit ist der Rettungsdienst des Oberbergischen Kreises für die notfallmedizinische Versorgung von weit mehr als 300.000 Menschen verantwortlich. Das Motto lautet: Zu jeder Zeit, an jedem Ort, für Jedermann!

Sicher auf der Straße – Tipps der Kreispolizeibehörde

Sichtbar sein!
Autofahrer, die mit Abblendlicht unterwegs sind, nehmen dunkel gekleidete Fußgänger erst aus circa 30 Metern Entfernung wahr. Tragen sie dagegen Kleidung mit retroreflektierendem Material, kann man sie schon aus etwa 160 Metern Entfernung erkennen.

Nicht ablenken lassen!
Ablenkung am Steuer erhöht das Unfallrisiko: beim Essen etwa um das 1,5-fache, beim Telefonieren um das 6-fache. Noch dramatischer wird es beim Texten und Lesen von Smart-Phone-Nachrichten: Hier steigt das Unfallrisiko um das 23-fache! Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur zwei Sekunden abgelenkt wird, legt einen Blindflug von knapp 30 Metern zurück. Bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h bedeuten zwei Sekunden Ablenkung etwa 67 Meter ohne Sicht.

Sicherheit auch im Notfall!
Bei einem Verkehrsunfall muss die Unfallstelle gesichert werden: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und das Warndreieck in ausreichendem Abstand aufstellen (Richtwerte: Innerorts: 50 m, Außerorts: 100 m, Autobahn: 150 m). Bei noch fahrbereiten Unfallfahrzeugen und ausschließlichem Blechschaden: Unfallstelle räumen und die Fahrzeuge zur Seite fahren. Insassen sollten die Fahrzeuge über die Beifahrerseite verlassen. Vor Ort bleiben, falls möglich hinter einer Schutzplanke.

Schritt für Schritt!
Die Polizei übt mit Kindern im Kindergarten regelmäßig das sichere Überqueren der Fahrbahn. Dabei lernen die Kinder folgenden Handlungsablauf: Halt am Bordstein, nach beiden Seiten schauen und erst losgehen, wenn die Fahrbahn frei ist (bei Autos müssen die Reifen stehen). Unterwegs noch einmal zu beiden Seiten schauen und dabei weitergehen.

Sicher in die Schule!
Wer in die erste Klasse kommt, sollte in den ersten Wochen von seinen Eltern zur Schule begleitet werden. Den Schulweg sollte man bereits trainieren, bevor die Schule losgeht. Entweder erkundigt man sich bei der Schule, ob es empfohlene Wege gibt, oder die Eltern erkunden den besten und sichersten Schulweg mit ihrem Kind gemeinsam. Besonders wichtig ist, dass es sichere Übergänge über die Straße gibt, also Zebrastreifen oder Ampeln. Man sollte immer den sichersten, nicht den kürzesten Weg wählen.

Kinder sind Chef!
Wer Kindern so oft wie möglich die Führung überlässt, steigert so die Entscheidungskompetenz der Kinder in einem sicheren Rahmen.

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