Stolze Ritter und großes Spektakel – das Ritterturnier

Eine der Hauptaufgaben der Ritter war das Kämpfen – und das musste in Zeiten des Friedens trainiert werden. Dieses Training nannte man Turnier. Viele Menschen wollten bei dem Spektakel zusehen, denn es gab viel zu bewundern: die stolzen Ritter, ihre geschmückten Rüstungen und Pferde, Musikanten und Gaukler.

Für die Ritter war das Turnier eine gute Gelegenheit, ihr Talent zu zeigen. Der Sieger eines Turniers wurde von den Zuschauern gefeiert und gewann oft auch einen Preis: Manchmal bekam er die Rüstung und das Pferd des besiegten Ritters, manchmal einen Bären oder sogar einen Löwen. Einige Ritter waren so erfolgreich, dass sie nur von ihren Turniergewinnen leben konnten, fast wie Berufssportler heute! Es gibt sogar noch etwas, was Ritter mit Sportlern von heute gemeinsam haben – sie sind von anderen schnell an ihrer Kleidung erkennbar. Damit ein Fußballspieler auf dem Platz gut erkennbar ist, trägt er ein Trikot in der Farbe seiner Mannschaft. Die Ritter hatten schon eine ähnliche Methode: Damit man die Ritter, die in ihren Rüstungen alle gleich aussahen, voneinander unterscheiden konnte, wurden Wappen auf ihre Schilde gemalt. Jeder Ritter hatte sein eigenes Wappen, sodass man daran sofort erkennen konnte, wer sich unter der Rüstung verbarg. Die Rüstung sollte den Ritter im Kampf beschützen. Wenn das Turnier auf einem Steinboden stattfand, wurde zusätzlich Stroh ausgelegt, damit der Ritter bei einem Sturz nicht schwer verletzt wurde.

Dass die Zeit der Ritter und damit auch der Ritterturniere zu Ende ging, liegt daran, dass ab dem 13. Jahrhundert, also vor etwa 800 Jahren, gefährliche Schusswaffen entwickelt wurden. Die Rüstungen mussten immer dicker und schwerer werden. Bald waren die Rüstungen so schwer, dass die Ritter sich fast gar nicht mehr bewegen konnten. So waren sie mit ihren altmodischen Schwertern und Lanzen den neuen Waffen unterlegen.

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