Leben im Bergischen Land unter Napoleon

Lange Zeit lebten viele Menschen im Oberbergischen in Armut und hatten kaum etwas zu essen. Von allem, was die Bauern hatten, mussten sie ihren Herrschern einen Teil abgeben. Diese Abgabe nannte man den Zehnt, denn sie betrug genau zehn Prozent der Ernten und Gewinne. Hatten die Bauern zehn Kartoffeln, mussten sie eine abgeben. Aufbewahrt wurden die Abgaben in einer großen Scheune, die nach dem Zehnt benannt wurde: Zehntscheuer. Auch zu Schloss Homburg gehörte eine Zehntscheuer, in der die Abgaben der Untertanen gelagert wurden. Noch heute steht sie unterhalb des Schlosses, und weil sie rot angestrichen ist, nennt man sie auch rotes Haus.

Für viele Menschen war das Leben in dieser Zeit schwer und eine Veränderung war lange nicht in Sicht. Doch dann passierte in Frankreich etwas, was das Leben der Menschen in ganz Europa und auch im Bergischen Land verändern sollte: die Französische Revolution. Viele Franzosen forderten damals, dass alle Menschen gleich behandelt werden sollten und die Bevorzugung des Adels genauso wie die Abgaben der Bauern abgeschafft werden müsste. Unter ihnen war der General Napoleon Bonaparte, der sehr erfolgreich kämpfte und zum französischen Kaiser gekrönt wurde. Er eroberte Deutschland und andere Länder Europas und wollte sie mit neuen Gesetzen verändern.

Weil er für seine Eroberungen eine gewaltige Armee brauchte, sollten ihm die Menschen in den beherrschten Ländern helfen. Sie mussten hohe Steuern zahlen. Doch für viele war das Schlimmste, dass Napoleon junge Männer der besetzten Länder zwang, für ihn in den Krieg zu ziehen. Damals wurde viel gekämpft. In der großen Schlacht bei Waterloo wurde Napoleon schließlich besiegt. Die Fürsten und Kaiser Europas trafen sich daraufhin in Wien, um über die Regierung Europas zu beraten. Sie wollten, dass das Leben wieder so wird, wie es vor Napoleons Herrschaft war.

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